Hands On: Aniimo ist Sammelspiel, Fotografie-Simulator und RPG-Battler in einem

Nachdem Aniimo vergangen Monat im Rahmen des Xbox Games Showcase vorgestellt wurde, war ich genauso gespannt wie alle anderen, was dieses lebendige „RPG der nächsten Generation“ zu bieten hat. Zum Glück musste ich nicht lange warten: Auf der gamescom bot sich mir eine Hands-on-Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen lassen konnte. Ich durfte einen Tagesauflug in die Welt von Aniimo unternehmen, die es schafft, drei verschiedene Spiele in einem einzigen Titel zu vereinen. Und das klang wirklich sehr viel versprechend!

Über die Demo konnte ich ohne Umschweife einen Teil der offenen Welt erkunden, die einer Bilderbuchlandschaft mit endlosem Horizont gleicht und viele niedliche Aniimo-Startercharaktere beheimatet. Schon der erste Bereich wirkt so reichhaltig und lebendig – eine Fantasiewelt voller Leben, die gleichzeitig einen einzigartigen Sci-Fi-Flair versprüht.

Hier habe ich schnell meine ersten Aniimo in freier Wildbahn gefangen, was in dieser Phase ganz einfach ist – man zielt mit einem Würfel (Aniipod) auf ein Wesen, checkt die Erfolgsaussichten und wirft. Jedes Aniimo hat seine eigenen Fähigkeiten, die sich sowohl im Kampf als auch abseits davon als nützlich erweisen. Emberpup ist ein niedlicher Hund mit leisen und dennoch zerstörerischen Feuerfähigkeiten. Budclaw ist eine unscheinbare Krabbe mit großartigen Skills im Ausweichen und Nimbi ist ein niedliches pastellfarbenes Schaf, das seine eigene Wolle auf Feinde schleudern kann. Im Verlauf der Geschichte kannst Du außerdem zwischen zwei sprechenden Aniimo wählen, die Dich fortan begleiten: einem feurigen Löwen namens Hellion und einem funkelnden, vom Mond inspirierten Fuchs namens Lunara. All diese Aniimo können sich unter den passenden Voraussetzungen in mächtige Kreaturen verwandeln, die Du später im Spiel benötigen wirst, um die immer stärker werdende Aniimo aus der Wildnis zu bezwingen.

Doch selbst in der Demo-Version geht Aniimo bereits weit über ein einfaches Sammelspiel hinaus. Du bist nicht nur hier, um all diese Kreaturen zu fangen und sie gegeneinander kämpfen zu lassen – Du bist auch hier, um sie in ihrem natürlichen Lebensraum zu erforschen, sie zu verstehen und ihr Verhalten zu dokumentieren, was zu noch größeren Belohnungen führt.

Hier verwandelt sich Aniimo in eine Art Fotografie-Simulator: Wenn Du Bilder von bestimmten Aniimo in ihrer natürlichen Umgebung machst – auf denen sie bestimmte Verhaltensweisen zeigen oder miteinander interagieren – lernst Du mehr über Deine Aniimo und schaltest Punkte für andere Sammlerstücke frei. Das ist es, was Aniimo für mich persönlich so spannend gemacht hat. Als großer Fan von Pokémon Snap wollte ich die Kunst des Beobachtens und Dokumentierens in der Welt von Aniimo perfektionieren, jeder Kreatur eine Persönlichkeit und ein tiefes Gefühl für ihren Lebensraum verleihen und mehr über ihr Wesen erfahren, statt sie nur als Waffe einzusetzen.

Und obwohl die Kreaturen gut kämpfen können, liegen ihre Qualitäten doch außerhalb des Bereichs. So wird Aniimo zu einem ganz besonderen Abenteuer.

Eine Kernfunktion von Aniimo ist das Twining – eine Fähigkeit, über die sich der menschliche Charakter mit dem Körper eines Aniimo verbinden kann. Von da an hast Du die volle Kontrolle: Statt der Kreatur zu befehlen, anzugreifen, kannst Du ihre Fähigkeiten in Echtzeitkämpfen selbst einsetzen, was sich einfach hervorragend anfühlt. Als kleiner Fuchs oder Sugar Glider herumzuspringen ist großartig, und ich war angenehm überrascht, wie viel Spaß es macht, einfach zu der Kreatur zu werden, die ich so lange beobachtet und dokumentatisch begleitet habe. Wie würde sie sich bewegen? Wie würde sie kämpfen? Plötzlich ist es nicht mehr nur ein Rollenspiel, sondern ich überlege mir aktiv, wie ich den Kampf auch auf der Grundlage der Persönlichkeit dieser Kreatur gestalten kann.

Das Twining ist nahtlos in die Erkundungselemente integriert, was für mich ein weiteres Highlight war. Es hat etwas zutiefst Nostalgisches, durch die offene Welt zu streifen und sich problemlos in verschiedene Aniimo verwandeln zu können. Mit Celestis hohe Gipfel zu erklimmen, mit Budclaw zu schwimmen oder mit Flameruff (einer Weiterentwicklung von Emberpup) über die Ebenen zu fliegen, versetzte mich zurück in die anthropomorphen Plattformer meiner Jugend. Die Welt ist nicht nur ein Raum, den es zu erkunden gilt, sondern auch ein Rätsel, das gelöst werden will. Die Zusammenarbeit mit jedem einzelnen Aniimo wird Dir auf diesem Weg helfen.

Hier trifft eine gemütliche Atmosphäre auf ein Gefühl des Staunens, das mich gleichzeitig an alte Spiele erinnert. Animoo bietet weit mehr als Zahlen, die man in der Enzyklopädie des Spiels, dem Aniilog, abhaken kann. Die Aniimo sind ein lebendiger und überaus spannender Teil einer Welt, die jenseits der uns bekannten Realität existiert.

Selbst nach nur wenigen Stunden Spielzeit fühlt sich Aniimo erstaunlich vielversprechend an. Der Titel bietet eine verlockende Kombination verschiedener Genres, die überraschend gut ineinander übergehen. Ich kann es kaum erwarten, mehr davon zu erleben!