Wie Kils zweiwöchiger Prototyp zu einer umfassenden Reise wurde

Zusammenfassung

  • Erfahre, wie die neueste Kreation von Double Fine entstanden ist, von der ersten Skizze bis zum fertigen Töpfer-Party-Kampfspiel.
  • Durch viele Versuche und Experimente – und echte Töpferkurse – hat Double Fine einen seiner kreativsten und technisch anspruchsvollsten Sprünge gemacht.
  • Kiln erscheint im Frühjahr 2026 für Xbox Series X|S, Xbox auf PC, Xbox Cloud Gaming, Xbox Play Anywhere, Handheld-optimiert, auf PlayStation 5, Steam und im Xbox Game Pass Ultimate.
  • Melde Dich auf DoubleFine.com an, um die Chance zu haben, an der Closed Beta im März 2026 teilzunehmen.

Für mich bieten die „Aha“-Momente bei der Spieleentwicklung immer die spannendsten Geschichten, weil diese Inspiration ganz unterschiedlich sein kann – und oft dann kommt, wenn man sie am wenigsten erwartet. Das kann beim Spaziergang im Park sein, mitten im Supermarkt oder, wie bei Kiln, beim Anschauen von Tontöpfen im Internet.

„Ich hatte diese Idee mit dem Töpfern im Hinterkopf, seit ich beim Recherchieren im Internet auf ein paar Bilder von Töpfen gestoßen war“, erzählt mir Projektleiter Derek Brand. „Mir fiel sofort auf, dass es eine große Vielfalt an Töpfen gibt und dass man das wahrscheinlich mit einem Controller machen könnte, weil es eher eine 2D-Darstellung ist. Von da an fügte sich alles zusammen für das nächste Amnesia Fortnight-Event. Es kam irgendwie in letzter Minute zusammen.“

Amnesia Fortnights sind halbjährliche Game-Jam-Events, die Double Fine intern mit Mitgliedern seines Studios veranstaltet. Dort haben sie nur wenig Zeit, nämlich zwei Wochen, um aus einer vagen Idee ein spielbares Spiel zu machen – und da hat Derek seine Idee vorgestellt, Kiln zum Leben zu erwecken. „Ich hab damals viele Action-Spiele gespielt und wollte meine kleinen Tonfiguren gegen die kleinen Tonfiguren von anderen kämpfen lassen. Ich dachte, das würde Spaß machen – und so hatte ich diese Idee im Hinterkopf – wusste aber nicht, wie ich das mit einem Controller umsetzen sollte.“

Eines der vielen lustigen Details, die Derek verriet, war, dass das Team von Double Fine zu Beginn der Entwicklung echte Töpferkurse besuchte, um die verschiedenen Elemente der Töpferei besser zu verstehen. Da kamen die Ideen dann richtig in Schwung.

„Es gibt eine ganze Welt von Techniken und Verfahren und so viel Rohmaterial, das man in das Spiel einbringen kann. Als wir einmal gesagt hatten: ‚Okay, man kann eine Figur formen‘, stellten wir fest, dass man mit Ton noch so viel mehr machen kann. Und all diese Ideen häuften sich“, erklärt Brand. „Wir haben lange über die Grundform diskutiert, aber jetzt möchte ich sie in Glasur tauchen – um einen Topf zu glasieren, nimmt man eine Metallzange und taucht ihn in einen Eimer mit Glasur – und wirklich versuchen, diese Elemente der realen Töpferei in das Spiel zu integrieren und den Spieler*innen diese Ideen näherzubringen.“

Daraus entstanden weitere Ideen, wie ein*e Spieler*in ihren oder seinen Topf über die Grundform hinaus individuell gestalten kann. Vom Anbringen von Henkeln, Deckeln und Ausgüssen bis hin zu etwas alberneren Ideen wie dem Aufkleben von Stickern gibt es unzählige Möglichkeiten, einen einfachen Tontopf zu personalisieren. „Letztendlich kam es auf die Recherchen und Ideen der Teammitglieder an, die dann zu einem Haufen Ideen führten, aus denen wir schließlich etwas Kohärentes und gut Gestaltetes herausgearbeitet haben“, sagt Brand.

Aber wie lässt sich ein schwieriges Hobby wie das Töpfern in ein kompetitives Multiplayer-Spiel umsetzen? Indem man es so zugänglich wie möglich macht. „Nach dem Prototyp von Amnesia Fortnight hatten wir diesen Teil hinter uns und viele der ursprünglichen Ideen wie ‚Ich kann einen Charakter auf der Töpferscheibe formen‘ – dieser erste Gedanke war meinerseits naiv. Ich hatte im College Keramikunterricht und ein bisschen was über Töpfern gelernt, aber es ging mir eher darum, die Charaktererstellung auf einen Controller zu bringen.“

Mit dem Controller kannst Du Deine kleinen Geisterhände auf und ab bewegen, um die Form des Tons zu gestalten, während er sich auf einer virtuellen Töpferscheibe dreht. Außerdem hast Du Zugriff auf verschiedene Formwerkzeuge, mit denen Du die Töpferkunst noch detaillierter gestalten kannst. Wie ich schon in meinem ersten Eindruck vom Spiel erwähnt habe, hat es nicht lange gedauert, bis ich den Dreh raus hatte – nach ein paar Minuten mit den Tonformwerkzeugen fühlte sich alles ganz natürlich an. Ich hab den Eindruck, dass die Spieler*innen sich genauso leicht auf diesen kreativen Aspekt von Kiln einlassen können.

Als ich Derek fragte, ob er irgendwelche Tipps für die angehenden Töpfer*innen unter uns hat, war seine Antwort einfach: „Hab keine Angst. Sei nicht zu vorsichtig“, sagt er mir. „Probier einfach alles Mögliche aus und finde heraus, was Dir gefällt, denn es gibt kaum Einschränkungen, was Du formen und wie viel Du ausprobieren kannst. Experimentier also ruhig mit den Werkzeugen. Wenn Du gerade Linien magst, gibt es dafür Werkzeuge. Und wenn Du eher geschwungene, verspielte Formen magst, dann folge einfach Deinem Bauchgefühl oder Deinem Herzen.“

Eine weitere Idee, die in dieser Zeit immer wieder aufkam, war die Anpassung der Perspektive. „Wir haben dieses Mantra im Team, dass die Töpfe die Stars des Spiels sind. Als wir anfingen, die Kamera herauszuziehen und das Objektiv länger wurde, konnte man all die verrückten Kreationen sehen, die die Leute gemeinsam hergestellt hatten, und die Teams als Einheiten auf dem Schlachtfeld betrachten. Und es fühlte sich einfach wie eine bessere Wahl für die Art und Weise an, wie wir diese coolen Kreationen der Spieler*innen präsentieren wollten.“

Nachdem ich selbst ein paar Runden gespielt habe, kann ich verstehen, was Brand meint. Ein Teil der Faszination von Kiln besteht darin, dass es nicht nur leicht zu erlernen ist, sondern auch die Kreativität aller Spieler*innen – sowohl des eigenen Teams als auch der Gegner – voll zur Geltung bringt. Außerdem ist es wichtig, mehr von den Wegen des Level-Layouts über dem eigenen Charakter zu sehen, um sich effektiv auf dem Schlachtfeld und in den Kämpfen um den Topf herum zurechtzufinden.

Falls es durch die Screenshots und das Gameplay nicht schon klar geworden ist: Die Töpferei in Kiln ist das, was das Spiel wirklich von anderen Party-Brawlern abhebt – nirgendwo sonst gibt es so viele Möglichkeiten zur Charakteranpassung in einem Multiplayer-Kampfspiel. Die schiere Vielfalt an Töpfen, denen Du im Spiel begegnest, ist unter Berücksichtigung von Glasuren, Formen und Aufklebern praktisch unbegrenzt. Dies verleiht Kiln eine einzigartige, persönliche Note, da diese Kämpfer dir wirklich das Gefühl geben, in Echtzeit zum Spiel beizutragen. Und das ist etwas ganz Besonderes.

All diese spielbaren Geister, die füreinander Tonkörper erschaffen und entdecken, sind ein wichtiger Bestandteil Deiner Zeit mit Kiln. Aber fühl Dich nicht unter Druck gesetzt, in den Kampf zu ziehen. Wie Derek mir sagt, kannst Du, wenn Du Dich wirklich auf das Töpfern konzentrieren willst, in der Lobby abhängen und einfach einen Stuhl heranziehen. „Es gibt keine Begrenzung, wie oft Du Ton auf die Töpferscheibe werfen kannst, und Du kannst einfach experimentieren und alle möglichen Dinge herstellen und alle möglichen Kombinationen ausprobieren. Wir möchten wirklich, dass die Leute sich mit den Elementen des Spiels beschäftigen, die mit Schöpfung und Zerstörung zu tun haben. Das Thema des Spiels ist derzeit das Erschaffen und Zerstören, und es ist okay, wenn etwas kaputtgeht, weil man einfach etwas Neues machen kann.“

Wenn Du Dich durch The Wedge, die soziale Lobby des Spiels, bewegst, kannst Du auch aus Deinem Topf springen und in die Kreation eines anderen springen. Ebenso kann jemand kommen, Deine Form nehmen und sie seiner Sammlung hinzufügen. „Der Name der Person, die ihn gemacht hat, wird immer auf diesem Topf gespeichert“, erklärt Brand. „So können diese Töpfe reisen. Sie können auf verschiedene Server gelangen. Es gibt auch einen Ort in der Lobby, diese Sockel, die um The Wedge herum aufgestellt sind, das sind Deine Lieblingstöpfe. Und die werden ausgestellt, damit jeder sie ausprobieren und in sie eintauchen kann. Und wenn Du einen Topf siehst, der Dir wirklich gefällt, kannst Du in ihn eintauchen und ihn in Deiner Sammlung speichern.“

Und das führt uns zurück zu dem Mantra, das das Team von Double Fine in Kiln umsetzt, nämlich dass die Töpfe wirklich die Stars des Spiels sind – Du kannst Deine Reise in Kiln direkt mitgestalten. „Ich freue mich darauf, dass die Leute sich für Töpfern begeistern“, sagt Derek, als er gefragt wird, worauf er sich jetzt freut, nachdem bekannt wurde, dass Kiln in Entwicklung ist. „Ich finde, dass diese Kunstform zu wenig Beachtung findet. Ich möchte einfach mehr Menschen dieses Handwerk näherbringen. Es ist supercool. Es ist eine sehr alte, erstaunliche Kunstform. Und es gibt nur sehr wenige Spiele, die diese coole Aktivität nutzen.“

Und da es im Frühjahr 2026 direkt zum Release im Game Pass verfügbar sein wird, können Spieler*innen, die neugierig sind, es sofort ausprobieren. „Was mir am Game Pass am besten gefällt, ist einfach die Reichweite, die man damit hat. Jede*r, der neugierig auf dieses seltsame Töpfer-Spiel ist, kann es runterladen und versuchen, etwas töpfern – und dann versuchen, sich gegenseitig zu zerschlagen. Ich kann es kaum erwarten, dass das Spiel für so viele verschiedene Leute zugänglich ist. Ich freue mich wirklich darauf.“

Kiln erscheint im Frühjahr 2026 für Xbox Series X|S, Xbox auf PC, Xbox Cloud Gaming, Xbox Play Anywhere, Handheld Optimized, PlayStation 5, Steam und mit Xbox Game Pass Ultimate. Melde Dich auf DoubleFine.com an, um die Chance zu haben, an der Closed Beta im März 2026 teilzunehmen.

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