Zusammenfassung
- Artificial Detective ist der Debüt-Titel des Indie-Studios Vivix, das sich aus talentierten Veteran*innen der Spielebranche und des Science-Fiction-Films zusammensetzt.
- Du spielst als AD 2846, einen Roboter-Detektiv, der kürzlich in Conglomerate North erwacht ist, einer futuristischen Stadt, die nun von abtrünnigen Maschinen beherrscht wird und in der die Menschheit scheinbar schon vor langer Zeit verschwunden ist.
- Die Welt von Artificial Detective ist stark von Neo-Noir, retro-futuristischem Kino und Anime beeinflusst.
Artificial Detective wurde während der Xbox Partner Preview mit einem mitreißenden Trailer vorgestellt und ist der Debüt-Titel des Indie-Studios Vivix – einem Team aus talentierten Künstler*innen, die bereits an vielen Spielen und Filmen gearbeitet haben, von Call of Duty: Modern Warfare 2, Control und Dead Space bis hin zur Netflix-Science-Fiction-Anthologie-Serie „Love, Death & Robots“.

Das Studio beschreibt sein Spiel als Action-Adventure mit einer Mischung aus Begleiter- und Überlebensmechaniken, angesiedelt in einer dystopischen Zukunft im „Decopunk“-Stil. Nach einer vorwiegend filmischen Enthüllung wollten wir mehr über das Game erfahren. Deshalb sprachen wir mit Ilya Kuzyuk, CEO und Mitbegründer von Vivix, sowie mit Vadim Krayevoy, VP of Production und Mitbegründer, um mehr über die Welt von Artificial Detective, das faszinierende Kampfsystem und den charmanten Roboterhund zu erfahren.
Der Detektiv erwacht
In Artificial Detective schlüpfst Du in die Rolle von AD 2846, einem Roboter-Detektiv, der kürzlich in Conglomerate North erwacht ist – einer Stadt, die nun von abtrünnigen Maschinen beherrscht wird und in der die Menschheit scheinbar schon vor langer Zeit verschwunden ist. Nun ja, fast die gesamte Menschheit, denn AD 2846 entdeckt bald ein einziges menschliches Kind, das auf mysteriöse Weise zurückgelassen wurde.
Ilya Kuzyuk beschreibt die Stadt als eine vielschichtige, futuristische Metropole, die vom Art-Déco-Design der 1930er Jahre inspiriert ist. Diese einst geschäftige, überfüllte Stadt, die fast von Kriminalität verschlungen wurde, ist seitdem zu einem makellosen, aber gefährlichen Ort geworden, der voller abtrünniger Maschinen ist.

„Diese Maschinen sollten die Stadt für die Rückkehr der Menschheit bewahren, aber etwas lief schief. Zu lange sich selbst überlassen, verwandelten die Roboter Conglomerate North“, fügt Kuzyuk hinzu. „Nach einer globalen Katastrophe wurde die Stadt zu einem Zufluchtsort für Millionen Überlebende. Sie wuchs so schnell, dass sie sich nach oben ausdehnen musste: Ganze Stadtteile stapelten sich in Schichten übereinander und wurden durch Skybridges, Parks, gigantische Wolkenkratzer, Flugfahrzeuge, schwebende Straßenbahnen und Roboter miteinander verbunden.“
Der Reveal-Trailer gibt Einblicke in diese zerbrochene Metropole, während AD 2846 verschiedene Stadtteile erkundet – mit riesigen Wolkenkratzern und einem komplexen Bahnsystem, das das Herz der Stadt durchzieht, in der jegliches menschliches Leben verschwunden ist. Obwohl die Spielwelt zu Beginn düster wirkt, ist genau das nicht unbedingt die Stimmung, die die Entwickler*innen bei Vivix vermitteln wollen.
„Obwohl das Spiel ernste Themen anspricht, wollten wir etwas Unterhaltsameres schaffen als eine rein schwermütige Betrachtung von KI und der Zukunft der Menschheit. Wir möchten, dass die Spieler*innen sich involviert fühlen, statt von existenzieller Angst bedrückt zu sein“, erzählt mir Kuzyuk. „Als wir die Geschichte und die Charaktere entwickelten, entdeckten wir eine interessante Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren: einem naiven Roboter-Detektiv, der davon träumt, ein Mensch zu werden, und einem kleinen Mädchen, das glaubt, ein Roboter zu sein. In vielerlei Hinsicht greift das Spiel auf die klassischen Archetypen von Pinocchio und Mowgli aus „Das Dschungelbuch“ zurück. Diese Referenzen haben sowohl die Erzählung als auch das Gameplay geprägt, während sich das Projekt weiterentwickelte.“
Drei ungewöhnliche Held*innen
Mit nur bruchstückhaften Erinnerungen – zu Beginn des Spiels erfährt man, dass AD einst als Sidekick eines menschlichen Detektivs gedient hat – begibt er sich auf eine epische Reise, um herauszufinden, was mit der Welt geschehen ist, und vielleicht einen Weg zu finden, sie zu retten. Auf dieser Suche trifft er zwei weitere Charaktere, die zu seinen treuen Begleiter*innen werden.

Dazu gehören der Robohund und Mowgli, ein menschliches Mädchen, das von Maschinen aufgezogen wurde. „AD ist kein typischer Superheld“, erklärt mir Kuzyuk. „Er trägt eine elektrische Taser-Waffe bei sich, deren Kraft jedoch begrenzt ist. Er kann Waffen und Teile von besiegten Robotern plündern, doch Munition ist knapp, sodass er sich ebenso sehr auf seinen Verstand, seinen Einfallsreichtum und seinen Humor verlässt wie auf rohe Gewalt. Man kann sich AD 2846 als eine Mischung aus RoboCop und C-3PO vorstellen.“
Mowgli ist ein Menschenmädchen, das isoliert von einfachen Robotern aufgezogen wurde und sich später als eng mit den großen Geheimnissen der Welt verbunden herausstellt. „Sie ist ein Technikgenie, das eine wichtige Rolle beim Hacken, Bauen, Aufrüsten und Reparieren spielt. Auch auf emotionaler Ebene ist sie wichtig: Ihre Verbindung zu AD verleiht der reinen Action-Ermittlung eine viel persönlichere Geschichte“, fügt Kuzyuk hinzu.
Und schließlich gibt es noch die Dedicated Artificial Weaponized Guard, kurz D.A.W.G., eine Robohündin mit einer beschädigten Batterie. Sie weckt AD zu Beginn des Spiels versehentlich auf, was die Geschichte in Gang setzt, und ist sowohl aus erzählerischer als auch aus spielerischer Sicht eng mit ihm verbunden.

„D.A.W.G. steht für pure, brutale Kraft“, sagt Kuzyuk. „Sie kann Feinde angreifen, Umgebungselemente zerstören und aktivieren, wichtige Gegenstände scannen und identifizieren sowie praktische Unterstützung bei der Erkundung leisten.“
Eine der Kernideen des Spiels soll darin bestehen, dass Deine Begleiter*innen für Deinen Fortschritt unverzichtbar sind. Sie sind mehr als nur Waffen oder Werkzeuge. Durch Erkundung, Überleben und Kampf eröffnen sie Dir zudem neue Möglichkeiten, die Welt von Artificial Detective zu erkunden. „Im Verlauf der Geschichte werden AD, Mowgli und D.A.W.G. an Bord einer fliegenden Straßenbahn, die als Dreh- und Angelpunkt der Gruppe dient, durch Conglomerate North reisen“, erzählt Kuzyuk.
In dieser Straßenbahn kannst Du auch Deine Begleiter*innen aufrüsten, Hinweise über die Welt zusammenfügen und Missionsbriefings erhalten. Einen kleinen Einblick davon bekommen wir im Trailer, als AD vor einer großen Computerkonsole steht, bevor die Gruppe von einer mysteriösen Kraft angegriffen wird. Kuzyuk erklärt, dass Vivix Conglomerate North zu einer dichten und abwechslungsreichen Welt machen will, die Du entdecken kannst.
„Wenn Du die Straßenbahn verlässt, erkundest Du eine Reihe unterschiedlicher Biome, darunter eine futuristische Polizeistation, ein verstecktes unterirdisches Firmenlabor, einen RoboZoo und vieles mehr. Es ist ein Spiel über Improvisation, Überleben und Ermittlungen – sei es durch Kämpfen, Hacken, Schleichen oder das Nutzen der Umgebung als Waffe. Artificial Detective ist nicht nur ein Roboter-Actionspiel. Im Kern ist es ein storygetriebenes Action-Adventure über Kameradschaft, Neugier und Überleben in einer Welt, in der die Regeln die Menschen überdauert haben, für die sie geschaffen wurden. Die emotionale Dynamik zwischen AD, Mowgli und D.A.W.G. ist für das Spielerlebnis genauso wichtig wie Kämpfe oder Erkundung.“

Kommen wir auf den mysteriösen Angreifer aus dem Trailer zurück: Vor uns tauchen sich verwandelnde Würfel auf, die die Helden angreifen. „Die Würfel sind mit einer der größten Bedrohungen des Spiels verbunden: Bishop“, erzählt Kuzyuk. „In unserer Welt ist Bishop ein mächtiges, unaufhaltsames Roboterwesen, das aus mehreren sich verwandelnden Zellen besteht, den sogenannten Monks. Diese modularen, würfelartigen Formen sind Teil seines übergeordneten Konzepts. Sie sie spiegeln die Art unnatürlicher, anpassungsfähiger Maschinenintelligenz wider, die Teile der Stadt übernommen hat. Ohne zu viel zu verraten, zeigen sie, dass die Gefahr in Artificial Detective weit über kaputte Serviceroboter hinausgeht, die durch die Straßen wandern. Hinter den Kulissen agieren fortgeschrittenere, koordinierte und zutiefst beunruhigende Maschinenformen.“
Werkzeuge des Handwerks
Der Trailer zeigt, dass AD nicht nur überraschend angreifen kann, sondern auch seine Umgebung geschickt einsetzt, um Gegner*innen auszuschalten – etwa durch Stromschläge über den Boden –, was auf einen offenen Kampfansatz hinweist. „Das Spiel gibt den Spieler*innen viele Möglichkeiten, jede Situation zu lösen“, erzählt Vadim Krayevoy. „AD kann elektromagnetische Waffen, Hacking, Tarnung und die physikgesteuerte Umgebung nutzen, um mit abtrünnigen Robotern fertig zu werden. Manchmal bedeutet das direkten Nahkampf, manchmal das Aufstellen von Fallen und manchmal bedeutet es, versteckt zu bleiben und die Ereignisse zu Deinen Gunsten laufen zu lassen.“
Das Team möchte, dass man ständig die Lage einschätzt und improvisiert – etwa indem man die Umgebung nutzt, Gegnergruppen außer Gefecht setzt, sich an Gefahren vorbeischleicht, überraschende Nahkampfangriffe startet und vieles mehr. Darüber hinaus kannst Du die Fähigkeiten Deiner Begleiter nutzen, zum Beispiel D.A.W.G. dazu bringen, einen feindlichen Roboter anzugreifen. Ziel ist es, Dir das Gefühl zu geben, eins mit der Umgebung zu sein, indem Werkzeuge, Waffen, Interaktionen und Begleiterfähigkeiten das Experimentieren belohnen. Das führt zu einer meiner wichtigsten Fragen an das Team: Wie gestaltet sich der Detektivteil?

„Ja, die Ermittlungen sind ein großer Teil des Spielerlebnisses. Die Spieler*innen durchsuchen Umgebungen nach Hinweisen, verbinden die Punkte und decken nach und nach auf, was mit der Stadt geschehen ist und warum die Menschheit verschwunden ist“, erläutert Krayevoy. „Du interagierst mit der Welt, um die Hintergrundgeschichte sowohl Deines Charakters als auch der Umgebung selbst aufzudecken. Du unterhältst Dich vielleicht mit einem Fahrkartenkontroll-Bot in einer fliegenden Straßenbahn oder einem Roboter-Barkeeper in einer verlassenen Bar, liest holografische Zeitungen oder studierst Plakate und Schilder, um Informationen zu sammeln und das Rätsel voranzutreiben. Außerdem gewinnst Du nach und nach Fragmente von ADs verlorener Erinnerung zurück. Je mehr Hinweise Du in der Gegenwart aufdeckst, desto mehr wird von der Vergangenheit freigeschaltet. Einige dieser Momente spielen sich als Rückblenden ab, sodass Spieler*innen dieselben Orte Jahrzehnte zuvor erneut besuchen und neue Ebenen der Geschichte entdecken können.“
Ein weiteres spannendes Element ist, wie der Spielfortschritt in Artificial Detective einfließt. Krayevoy erklärt, dass es weniger um das traditionelle, zahlenlastige XP-Grinden geht, sondern vielmehr darum, Fähigkeiten durch Begleiter*innen, Beziehungen und Upgrades freizuschalten. „Eines der Kernmerkmale des Spiels ist, dass Deine Begleiter*innen effektiv Teil Deines Fortschrittssystems sind. Während sich Deine Beziehung zu ihnen entwickelt, schaltest Du neue Fähigkeiten und Wege zur Interaktion mit der Welt frei.“
„Die Spieler*innen kommen in ihren Ermittlungen voran, schalten neue Missionen frei und wählen diese aus, verbessern sich selbst, ihre Waffen und ihre Begleiter*innen und stellen sich Bossen, die die Geschichte vorantreiben. Mowgli eröffnet Dir Handwerk, Reparaturen und Upgrades, während D.A.W.G. Deine Optionen für Kampfunterstützung, Scannen und Hilfsfunktionen erweitert. Der Fortschritt ist so gestaltet, dass er sich gleichzeitig systemisch und charakterorientiert anfühlt.“
Eine Welt der Maschinen
Die Welt von Artificial Detective wirkt fremd und vertraut zugleich. Das ist auf einige der tiefgreifenden Inspirationsquellen zurückzuführen, auf die sich das Team bei der Gestaltung stützte – stark beeinflusst von Neo-Noir, retro-futuristischem Kino und Anime. „Filme wie ‚Blade Runner‘ und die Atmosphäre von ‚Cowboy Bebop‘ haben den Ton der Welt mitgeprägt – eine Zukunft, die sich sowohl technologisch fortschrittlich als auch seltsam abgenutzt anfühlt.“
Am beeindruckendsten ist, wenn man bedenkt, dass Vivix ein kleines Team ist, die AAA-Qualität, die Artificial Detective bereits jetzt aufweist. „Unser Ziel war es immer, etwas zu schaffen, das sich ambitioniert und hochwertig anfühlt, während wir uns auf eine fesselnde Geschichte, starkes Gameplay und einprägsame Grafik konzentrieren, anstatt zu versuchen, ein endloses Open-World-Spiel zu werden. Also haben wir uns auf weniger, aber Besseres konzentriert.“

Auf die Frage nach dem Umfang des seit zwei Jahren in Entwicklung befindlichen Projekts sagt Krayevoy ehrlich, dass noch viel Arbeit vor ihnen liegt und sie mehr Unterstützung brauchen, um das Spiel fertigzustellen und zu verfeinern. „In den letzten zwei Jahren haben wir am Kern-Gameplay gearbeitet und sichergestellt, dass unsere Grundpfeiler stehen, damit wir nun mit voller Produktionsgeschwindigkeit vorankommen können. Nicht zuletzt arbeiten wir eng mit unseren kreativen Partnern von Team from Earth zusammen, wodurch wir Zugang zu hochqualifizierten Game-Artists haben. Diese Konstellation ermöglicht es uns, schlank zu bleiben und gleichzeitig sehr hohe Produktionsstandards anzustreben und schnell voranzukommen.“
„Und genau diese Kombination macht uns aus. Wir verfügen über Talente aus der Entwicklung von AAA- und AA-Spielen sowie über Künstler*innen und Geschichtenerzähler*innen aus dem Bereich hochwertiger Animations- und Filmprojekte. Diese Mischung ist für Artificial Detective besonders wichtig, da das Spiel an der Schnittstelle zwischen Action-Adventure-Gameplay, begleitungsorientierter Erzählkunst und einer unverwechselbaren visuellen Identität angesiedelt ist.“
Alles, was wir bisher über Artificial Detective gesehen und erfahren haben, stimmt uns optimistisch. Das Team von Vivix scheint etwas völlig Neues und Unerwartetes zu schaffen. Dabei vereint das Spiel einige unserer Lieblingselemente – Roboter, Noir und Hunde. Vorerst bleiben wir gespannt und freuen uns darauf, die nächsten Hinweise auf dieses potenzielle Juwel zu entdecken.