Zusammenfassung
- Xbox First Look: Metro 2039 ist gerade zu Ende gegangen und hat uns die Weltpremiere des mit Spannung erwarteten vierten Hauptspiels der Serie beschert.
- Du schlüpfst in die Rolle des neuen, synchronisierten Protagonisten der Serie – „The Stranger“ – in ihrem bislang düstersten Kapitel und kehrst in eine postapokalyptische Moskauer Metro zurück, die von einem faschistischen Regime überrannt wurde.
- Das ukrainische Studio spricht offen darüber, wie tief die Erfahrungen mit der Invasion durch Russland sie geprägt und ihr Spiel grundlegend verändert haben.
Metro 2039 ist der kommende vierte Hauptteil der legendären Serie postapokalyptischer Ego-Shooter von 4A Games. Wie die vorherigen Teile der Serie handelt es sich um eine storygetriebene Singleplayer-Kampagne, die mit Leidenschaft von einem globalen Team entwickelt wurde – gegründet in der Ukraine und dort bis heute mehrheitlich ansässig. Wir haben in einer Videopräsentation einen ersten Einblick in das Spiel, seine Geschichte und Entwickler*innen erhalten.
Heute erhielten wir in einem Video einen ersten Einblick in das Spiel, seine Geschichte und seine Entwickler*innen. Hier findest Du eine Zusammenfassung der wichtigsten Infos zum neuen Teil der beliebten Serie.

Die Story
Nachdem Metro Exodus den Umfang der Spielwelt erweitert hat, kehrt Metro 2039 zurück in die Moskauer Metro und konzentriert sich laut Creative Director Andriy „mLs“ Shevchenko wieder auf das, was die Serie ausmacht: die Tunnel.
Alle zuvor in der Metro vertretenen unabhängigen Fraktionen sind nun unter einer faschistischen Diktatur vereint, angeführt von einem wortwörtlichen Führer. Du spielst „The Stranger“ – „einen Einsiedler, der von brutalen Albträumen geplagt wird. Er ist gezwungen, eine qualvolle Reise zurück in die Metro anzutreten, einen Ort, an den er schwor, niemals zurückzukehren“, wie Co-Creative Director und Lead Audio Designer Pawel Ulmer beschreibt. Bemerkenswert ist außerdem, dass The Stranger der erste vollständig synchronisierte Hauptprotagonist der Serie sein wird.
Der Reveal-Trailer führt in einen der Alpträume von The Stranger, in dem zwischen düsteren, gewalttätigen Szenen und Erinnerungen aus seinem traumatischen Leben gewechselt wird – ohne klare Trennung zwischen Realität und Vision. Als er in der Gegenwart erwacht, macht er sich mit grimmiger Entschlossenheit auf den Weg zurück in die Metro.
Laut Ulmer wird dies das bislang düsterste Kapitel der Metro-Saga: „Wir romantisieren die Postapokalypse nicht und machen auch keinen Themenpark daraus. Metro hat schon immer eine eher tragische Sicht auf unser Handeln als Menschheit geboten.“

Gameplay
Die Präsentation endete mit einem kurzen Clip aus Gameplay- und Zwischensequenzen – einem ersten Vorgeschmack auf das, was Metro 2039 zu bieten hat. In einer zerstörten U-Bahn-Station zeigen sich die typischen Markenzeichen der Serie: handgefertigte Waffen, eindrucksvolle Grafik und der Fokus auf die Nutzung von Objekten im Spiel statt einer klassischen Benutzeroberfläche – insbesondere die tickende Uhr. Auch kurze Momente der Erkundung sind zu sehen, etwa wenn The Stranger eine an einer Säule zusammengesunkene Leiche untersuchen will, bevor die Szene in eine Action-Sequenz übergeht.
The Stranger wird von Nosalises angegriffen – wiederkehrenden Kreaturen, die wilden Maulwürfen ähneln, jedoch die Größe und Proportionen von Gorillas haben – und in den Tunnel zum Bahnhof eindringen. Die Sequenz vermittelt einen Eindruck vom taktischen Charakter des Kampfes: The Stranger entscheidet sich, eine Rolltreppe hinunterzurennen, anstatt den Kampf direkt aufzunehmen. Als er seine Waffe entsichert, versagt sie jedoch. Ein Hinweis darauf, dass Spieler*innen sorgfältig auf Munition und Wartung achten müssen. Als ein Nosalis beginnt, ihn anzugreifen, zieht er ein Messer und sticht der Kreatur in den Hals.
Beim anschließenden Rückzug sehen wir einen knienden älteren Mann mit Sturmgewehr, der einen belebten Metro-Tunnel bewacht – ein kurzer Einblick in mögliche Siedlungen. The Stranger kriecht hastig zurück, während zwei weitere Monster auf ihn zustürmen, und die schweren Metalltüren schließen sich gerade noch rechtzeitig.

Umgebungsbasiertes Storytelling
Jedes Detail der Welt von Metro 2039 wird bewusst handgefertigt, um ein Gefühl für Historie zu schaffen. Shevchenko beschrieb diesen Ansatz für das narrative Leveldesign als „eingefrorene Geschichten“. Dabei geht es nicht um klassisches Environmental Storytelling, sondern um sorgfältig inszenierte Bereiche mit Gegenständen, Leichen und Requisiten, die aufmerksamen Spieler*innen ermöglichen, im Umfeld kleine Mikrogeschichten zusammenzusetzen.
„Nichts ist vorgefertigt, alles ist einzigartig und authentisch“, erklärte Executive Producer Jon Bloch. „Wenn Du einen Raum betrittst, ist klar, dass dort jemand gelebt hat. Du spürst, was diese Person getan hat – kurz bevor sie gegangen ist oder gestorben ist.“

Die Engine
Wie alle ihre bisherigen Spiele wurde auch Metro 2039 mit der hauseigenen Engine von 4A Games entwickelt. Dank dieser eigenen Engine konnten sie die Metro-Spiele stets visuell atemberaubend und leistungsstark gestalten. Diese gemeinsame technologische Basis, die mittlerweile über 15 Jahre gewachsen ist, ermöglicht es jedem Serienteil, auf den Entwicklungen seiner Vorgänger aufzubauen.
„Die 4A Engine wurde speziell dafür entwickelt, die Spiele zu machen, die wir machen wollen“, sagte Bloch. „Wenn wir eine neue Funktion entwickeln oder etwas auf eine bestimmte Art und Weise umsetzen müssen, können wir das mit unserer eigenen Engine einfach tun. Wir sind nur durch unsere Vision begrenzt.“ Er erklärte, dass die 4A Engine es ihnen ermöglichte, mit Metro Exodus zu frühen Pionieren des Raytracing zu werden, und dass sie dies in Metro 2039 noch weiter vorantreiben.

Geprägt von Krieg und ukrainischem Stolz
Ein wiederkehrendes Thema der gesamten Präsentation, sowohl implizit als auch explizit, war, wie stark Metro 2039 von den jüngsten Kriegserfahrungen des mehrheitlich ukrainischen Studios infolge der russischen Invasion geprägt ist. Dies führte dazu, dass die ursprünglich geplante Geschichte des Spiels komplett überarbeitet wurde, um die Realität der Menschen widerzuspiegeln, die daran arbeiten.
„Alles, was wir für das nächste Kapitel von Metro geplant hatten, hat sich geändert“, sagte Bloch. Dmitry Glukhovsky, Autor der Romane, auf denen die Spiele basieren, ist zurückgekehrt, um an der Geschichte von Metro 2039 mitzuwirken. Derzeit lebt er im Exil außerhalb seiner Heimat Russland, nachdem er unter anderem wegen seiner Kritik an der Regierung und deren Invasion in der Ukraine verfolgt wird.
„Die Bedeutung [unserer Spiele] lag schon immer darin, Krieg zu verhindern“, sagte Ulmer. „Aber jetzt“, fügte Shevchenko hinzu, „ist Krieg unsere Realität, und unsere Botschaft hat sich verschoben: Es geht nun um die Folgen, den Preis des Schweigens, die Schrecken der Tyrannei und den Preis der Freiheit.“ Ulmer fuhr fort: „Als Russlands groß angelegter Einmarsch begann, veränderte sich das Leben aller im Studio, insbesondere das unseres Teams und ihrer Familien in der Ukraine. Auch heute noch arbeitet der Großteil des Teams von verschiedenen Orten innerhalb der Ukraine aus.“
„Die Realität zwang uns zu einem anderen Ansatz, erzählt aus einer einzigartigen ukrainischen Perspektive, aber dies ist immer noch eine Metro-Geschichte, im Metro-Universum“, sagte Shevchenko.
Wir freuen uns darauf, bis zur Veröffentlichung diesen Winter mehr über Metro 2039 zu erfahren.
