Christopher Street Day

Mit der Halo-Community und Xbox auf dem Christopher Street Day

Tausende Menschen feierten am 14. und 15. Juli den 38. Christopher Street Day in der bayrischen Hauptstadt München. Seit jeher steht der Christopher Street Day für politische Statements und symbolisch für mehr Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung. Unter dem Banner der LGBTQIA-Bewegung (Lesbian, Gay, Transgender, Queer/Questioning, Intersex oder Asexual) trafen sich die Teilnehmer zum großen Highlight des Tages: der Pride Parade. Mittendrin, die Cosplayer des 405th European Regiment, die zusammen mit Microsoft die Initiative Gaming 4 Everyone unterstützen und sich für Chancengleichheit und Inklusion im Bereich Gaming und darüber hinaus einsetzen.

„Cosplay bedeutet für uns im 405th European Regiment, eine Gemeinschaft Gleichgesinnter zu bilden, die sich kreativ ausleben können ohne dabei verurteilt zu werden.“ – Jeffrey Tabben, 405th European Regiment

 

Das 405th European Regiment ist eine Vereinigung verschiedener Cosplayer, deren Kostüme der erfolgreichen Halo-Serie nachempfunden sind. Wir haben mit Jeffrey Tabben und Sara vom Regiment gesprochen und uns mit ihnen über Cosplay, Vielfalt und Akzeptanz unterhalten.

Christopher Street Day

Was beinhaltet Cosplay und welche Bedeutung hat es für euch?

In erster Linie beinhaltet Cosplay einen kreativen Aspekt, in dem wir uns alle wiederfinden. Auch die Cosplay-Community spielt eine tragende Rolle. Cosplay bedeutet für uns im 405th European Regiment, eine Gemeinschaft Gleichgesinnter zu bilden, die sich kreativ ausleben können, ohne verurteilt zu werden.

Ihr spielt mit euren Kostümen unterschiedliche Rollen (auch über Geschlechterrollen hinaus). Was sind eure Erfahrungen damit?

Cosplay ist in den meisten Fällen geschlechterübergreifend. Gerade wenn es um Geschlechterrollen im Cosplays geht, entbrennen in der Szene gerne heiße Diskussionen und es wird nicht immer positiv aufgenommen. In unserer Community, darf aber jeder sein, wer er möchte und soll sich so entfalten können.

Wie reagieren andere Leute auf euch im Kostüm?

Hier auf dem CSD und auch auf anderen Events freuen sich die Leute, uns zu sehen. Emotionen wie Spaß und Freude sind feste Bestandteile im Cosplay – vor allen Dingen auch, weil wir alle große Fans der Halo Serie sind! Natürlich kommt es auch auf jeden einzelnen an, der im Kostüm steckt. Wir schreiben bei dem 405th European Regiment den Spaß jedenfalls groß und sind längst mehr, als eine reine Interessengemeinschaft.

Warum der Christopher Street Day und keine reine Gaming-Veranstaltung?

Auch in unserer Community finden sich einige LGBTQIA Mitglieder und diese unterstützen und repräsentieren wir – schließlich stehen wir auch für Gleichberechtigung und Akzeptanz. Indem wir mit dem 405th European Regiment am Christopher Street Day teilnehmen, möchten wir genau dieses Statement kommunizieren.

Christopher Street Day

Führt der Besuch des Christopher Street Days dazu, dass ihr Inspirationen für neue Projekte bekommt?

Das 405th European Regiment nimmt nun schon das dritte Mal am CSD teil und seitdem hat sich einiges getan. Wir haben mittlerweile elf Mitglieder vor Ort, Flaggen, Seifenblasen-Pistolen und diverse andere Deko für unsere Rüstungen. Das größte Projekt, welches durch den CSD inspiriert wurde, ist der Pride Spartan an dem wir für kommendes Jahr arbeiten. Hierbei handelt es sich um eine HALO-Rüstung, die in den Farben der Pride-Flagge bemalt wird.

Habt ihr schon andere Erfahrungen mit der LGBTQIA-Bewegung gemacht?

In der Cosplay Community ist die LGBTQIA-Bewegung stark vertreten und auch im Privaten haben viele von uns Kontakte innerhalb der Bewegung. Für uns ist es selbstverständlich, mit unseren Freunden und Familienmitgliedern zu feiern und diese zu repräsentieren.

„Wir schreiben bei dem 405th European Regiment den Spaß jedenfalls groß und sind längst mehr, als eine reine Interessengemeinschaft.“ – Jeffrey Tabben, 405th European Regiment

 

Diversity (Vielfältigkeit) spielt im Gaming eine große Rolle, ist es im Cosplay auch ein großes Thema?

Ja und Nein – Die Cosplay-Szene selbst sieht sich als sehr offene Plattform. Dennoch kommt es bei so vielen Individuen durchaus vor, dass über bestimmte Themen heiß diskutiert wird. Beispielsweise ist nicht jeder ein Freund von geschlechtsübergreifendem Cosplay. Auch Themen wie Körperbau und Hautfarbe werden immer wieder angesprochen. Bei uns im 405th European Regiment darf jeder kommen, der Interesse an HALO Cosplay hat, egal welcher sexuellen Gesinnung, Hautfarbe oder Religion er oder sie angehört.

Habt ihr Tipps für Cosplay-Anfänger?

Das wichtigste ist einfach anzufangen. Die 405th ist eine große Community und wir sind immer bereit zu helfen. Am besten meldet man sich auf 405th.com im Forum an und sucht Kontakt zu seinen regionalen Gleichgesinnten.

Christopher Street Day

Gibt es regelmäßige Treffen von Cosplayern neben der gamescom oder anderen Messen? Gibt es hier eine starke Verbindung zur LGBTQIA-Bewegung? Ist Cosplay ein politisches Statement?

Cosplayer treffen sich sowohl auf Events (Comic Cons etc.) als auch privat. Das 405th European Regiment feiert oft gemeinsam: Wir treffen uns zum Basteln oder unternehmen Dinge außerhalb von Events. Oder wir spielen online miteinander Videospiele. Die LGBTQIA-Bewegung ist allgegenwärtig, jedoch für uns eine Selbstverständlichkeit. Cosplay kann ein politisches Statement sein, jedoch versucht man sich durch dieses Hobby auch ein Stückweit den Vorurteilen der Gesellschaft zu entziehen und eine Plattform zu schaffen, die für Akzeptanz steht. Jeder muss für sich persönlich definieren, was er mit seinem Cosplay aussagen möchte.

Mehr Informationen zu Cosplay und dem 405th European Regiment findest Du im offiziellen Forum und auf Facebook. Weitere Impressionen vom Christopher Street Day findest du außerdem In der neuesten Episode Xbox Next.