Manchmal will man sich einfach nicht entscheiden. Man sehnt sich nach etwas Vertrautem, möchte aber gleichzeitig etwas, das anders ist. Man wünscht sich etwas Aufregendes, das gleichzeitig eine Brücke zu dem schlägt, das man bereits kennt und liebt. Einfach die Mischung aus beidem. Wenn es Dir aktuell genauso geht, kannst Du von Glück reden! Denn das ID@Xbox-Team hat diesen Monat sechs Indie Selects herausgesucht, die Elemente aus beiden Welten verbinden.
Intensive Koop-Raubzüge und atemberaubende Flüge durch die Berge treiben den Puls nach oben. Brauchst Du danach eine Pause, kannst Du es Dir bei warmherzigen Erzählungen und einem Tee gemütlich machen. Und im Anschluss? Erledigst Du noch ein paar Besorgungen, während Du Dein Universum strategisch erweiterst. Was will man mehr? Finde heraus, was die Indie Selects in diesem Monat zu bieten haben.
Wanderstop

Wanderstop, ein Spiel von den Entwickler*innen von The Stanley Parable und The Beginner’s Guide ist ein narrativer und äußerst gemütlicher Titel über Veränderungen und… Tee. Du schlüpfst in die Rolle der Kämpferin Alta, die einen Teeladen inmitten eines magischen Waldes leitet und sich um die Kund*innen kümmert, die vorbeikommen. Doch Alta wäre am liebsten ganz woanders. Und wenn es nach ihr gehen würde, wäre die Arbeit im Teeladen nur eine kurze und schmerzhafte Episode ihres Lebens.
Die diesjährige Game Developers Conference war unglaublich anregend und inspirierend, doch manchmal auch stressig und überwältigend. Nachdem ich zuhause angekommen war, wollte ich vor allem entspannen und Wanderstop erwies sich hierfür als das perfekte Spiel. Es ist wunderschön, skurril, magisch und behandelt emotionale Themen, die ich als aufbauend und ermutigend wahrgenommen habe. Die Story handelt von Scham, Burnout, persönlichem Wachstum, Zufriedenheit und Selbstreflexion. Es gibt keinerlei Stressfaktoren, keine zeitlichen Begrenzungen und auch keine Misserfolge. Das Spiel hat mich aktiv dazu ermutigt, den Moment zu genießen, durchzuatmen, in mich zu hören und mich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen.
Gleichzeitig gibt es einen spannenden roten Faden. Als Spieler*innen bauen wir Pflanzen an, ernten Früchte, erwerben Schmuckstücke, schließen Freundschaften und brauen immer ausgefeiltere Teekreationen (und andere Gebräue) mit ungewöhnlichen Zutaten für eine bunte Truppe an Charakteren, die alle ihre ganz eigenen Geschichten zu erzählen und Lektionen zu erteilen haben.
Ich habe dieses Spiel geliebt und werde es auf jeden Fall in Zukunft noch einmal durchspielen. Für mich ist es ein fantastisches Beispiel für Spiele als Kunstform und ich bin sehr glücklich, ein solches Werk entdeckt zu haben.
Promise Mascot Agency

Mit welchem Genre haben wir es hier zu tun? Wie nennt man eine Maskottchen-Management-/Beziehungsmanagement-Simulation/Open-World-/Yakuza-Krimi-Erzählung mit den bizarrsten Charakteren, die einem je untergekommen sind? Fantastisch, lasst es uns fantastisch nennen.
Promise Mascot Agency ist anders als alles, was ich bisher gespielt habe. Der Plot mag bizarr erscheinen, aber die Geschichte ist erstaunlich wohltuend. Du übernimmst die Rolle eines ehemaligen Yakuza-„Fixers“, der in eine Kleinstadt geschickt wird, um ein lokales Unternehmen als Markenbotschafter zu leiten. In Begleitung Deines Maskottchens (einem lebenden, abgetrennten Finger) und Deines verbeulten Trucks fährst Du durch die Stadt, um Profit zu machen, während Du gleichzeitig eine Reihe von politischen Verschwörungen aufdeckst, die das Geschäft untergraben. In diesem Spiel geht es um vieles, aber vor allem um Optimismus und darum, sich an neue Umstände anzupassen, wenn etwas schiefläuft. Sehr, sehr schräg.
Mein Gott, wie ich dieses Spiel liebe. Ich konnte buchstäblich nicht aufhören es zu spielen. Im Kern geht es darum, so viele Maskottchen wie möglich zu finden und diese anzuheuern. Du verhandelst ihr Vergütungspaket, suchst nach Kund*innen, die sie für Veranstaltungen buchen und schickst sie auf Jobs in der Hoffnung, dass sie es nicht vermasseln oder ein witziges Zufallsereignis auslösen, das in einem Minispiel mündet. Auf der einen Seite ist das Spiel ein sehr entspanntes Erlebnis, das von einer Menge narrativer Quests, lässigem Management-Sim-Tracking und Effizienz-Gameplay lebt. Auf der anderen Seite ist es ein Erkundungsspiel mit wenigen Grenzen und vielen Möglichkeiten, von denen Du profitieren kannst. Der Schwierigkeitsgrad steigt auf beiden Seiten allmählich an, ohne überfordernd zu werden. Insgesamt war der Spielverlauf absolut auf meine kurze Aufmerksamkeitsspanne und meinen Humor zugeschnitten und der Text hat mich vor Lachen aus dem Stuhl fallen lassen. Außerdem sind die Maskottchen, die man trifft, auf ihre ganz eigene, schräge Art unglaublich sympathisch. Du wirst bestimmt einen Favoriten finden.
So chaotisch das alles auch erscheinen mag, diese Erfahrung war unglaublich angenehm und herzerwärmend. Das Gameplay ist in der Tat ziemlich einfach, aber es ist so einzigartig in seiner Darstellung, dass es mich nicht mehr losgelassen hat. Ich denke, dass Leute, die die Yakuza-Reihe mögen, besonders viel Spaß haben werden. Aber ehrlich gesagt würde ich mir wünschen, dass jede*r dieses völlig absurde Spiel spielt, in dem es darum geht, dass Du und Dein riesiger Finger einer Stadt helfen, wieder zusammenzuwachsen.
Monaco 2

Monaco 2, die Fortsetzung des beliebten Xbox Live Arcade-Klassikers, ist ein Stealth-Action-Spiel aus der Vogelperspektive, in dem Du Dich mit bis zu drei weiteren Spieler*innen zu einer Diebesbande zusammenschließt, um die „perfekten“ Raubüberfälle zu begehen. Die Spielablauf ist relativ simpel: Du wählst eine Mission aus, durchläufst eine kurze, storybasierte Einweisung, wählst einen von vier einzigartigen Charakteren, entwickelst im Blueprint-Modus anhand einer interaktiven Übersicht eine Strategie und begibst Dich anschließend auf die Mission. Kompliziert wird es, wenn Du das Gelände betrittst. Du kannst den raffiniertesten Plan erstellen, doch er kann (und wird fast immer) scheitern, sobald jemand von euch von einem Wachmann entdeckt wird oder durch eine Laserschranke läuft, die einen Alarm auslöst.
Ich habe die meiste Zeit im Singleplayer-Modus verbracht, was mir die Möglichkeit geboten hat, an verschiedenen Checkpoints zwischen den Charakteren zu wechseln. Die ersten Missionen habe ich mit einem einzigen Charakter gemeistert. Doch man merkt schnell, welche strategischen Vorteile es hat, alle Charaktere zu nutzen, wenn die Missionen zunehmend komplexer werden. Meine Lieblingsfigur ist Sake. Mir gefällt neben ihrem Look vor allem ihr Fokus auf Geschwindigkeit und Tarnung. Sie ist perfekt für Anfänger*innen, da man sich in brenzligen Situationen auf ihre Ausweichmanöver verlassen kann. Una schert sich nicht wirklich um Regeln und bringt mit ihrer Fähigkeit, Wachen außer Gefecht zu setzen, eine weitere wichtige Eigenschaft mit sich.
Am meisten Spaß hat es mir gemacht, mich strategisch geschickt zu verstecken und Katz und Maus mit den Wachen zu spielen. Es war jedes Mal sehr aufregend, erwischt zu werden und dann Schatten, Barrieren und Möbel zu nutzen, um die Wachen auszutricksen und unbemerkt zurückzukehren. Ich hatte zwar auch allein viel Spaß, aber ich empfehle, das Spiel mit Freund*innen zu spielen, egal ob online oder gemeinsam auf der Couch.
Sledders

Sledders ist ein Open-World-Snowmobil-Simulator, der den wahren Geist der Freiheit und der Entdeckung im Hinterland transportiert. Im Gegensatz zu anderen Titeln des Genres bietet es weniger Arcade-ähnliches Gameplay und konzentriert sich stattdessen auf Realismus. Dich erwarten verschneite Umgebungen und ein umfangreicher Katalog vollständig lizensierter Schneefahrzeuge – darunter auch einige Retro-Modelle. Wenn Du immer schon davon geträumt hast, durch unberührten Pulverschnee zu pflügen, neue Strecken zu entdecken, Dich mit anderen zu messen und neue Tricks auszuprobieren, könnte Sledders genau das richtige für Dich sein.
Was mir als erstes aufgefallen ist, ist das Fahrverhalten der Schlitten. Sie gleiten nicht einfach über den Schnee, sondern graben sich ein, sinken unter dem Gewicht ein und kämpfen sich zurück – so wie es sein sollte. Man muss geschickt das Gewicht verlagern, sanft Gas geben und sein Können unter Beweis stellen, um sich im Gelände zurechtzufinden. Am Anfang ist es eine Herausforderung, also stelle Dich schonmal darauf ein, oft zu stürzen. Doch keine Sorge – solange Du Dich auf der Strecke hältst, kannst Du Dich gut mit Deinem Schlitten vertraut machen. Sobald Du Deinen Rhythmus gefunden hast, wirst Du nicht mehr aufhören wollen.
Egal, ob Du als Hobbyfahrer*in eine ruhige Solo-Tour genießen, eine private Session mit Freund*innen veranstalten oder als Hardcore-Sledhead die Welt herausfordern möchtest – Sledders bietet Dir mit Crossplay-Unterstützung für bis zu 32 Spieler*innen genau das, was Du suchst. Du kannst jedes Detail Deiner Schlitten anpassen und hast zahlreiche Optionen, um Deinen Charakter nach Deinen Wünschen zu stylen. Wenn Du nach einem Spiel suchst, in dem Du nach Deinen eigenen Regeln in Deinem eigenen Tempo fahren kannst, bietet Dir Sledders ein Erlebnis, das Dir noch lange nach der Schneeschmelze in Erinnerung bleiben wird.
Sticky Business

Als Kind habe ich Sticker geliebt, doch ich hätte nie daran gedacht, meine eigenen Kreationen zu entwerfen und diese mit anderen zu teilen. Sticky Business macht genau das möglich. In dem gemütlichen Simulationsspiel leitest Du ein kleines Unternehmen, das Sticker für verschiedene Kund*innen entwirft, verkauft und verpackt. Keine apokalyptischen Szenarien, keine Endgegner, die Du bekämpfen musst, keine atemberaubende Action, sondern ein Spielt, das hält, was es verspricht: cozy und wholesome.
Nachdem Du Deinem Laden einen Namen gegeben hast, beginnst Du an Deinem Schreibtisch damit, Sticker für Deine Kund*innen zu entwerfen. Dir stehen hunderte von Optionen zur Verfügung, die Du individuell miteinander kombinieren kannst, um wirklich absurde Dinge zu kreieren. Die Größe der Illustrationen, die Textfarben, die Umrissgrößen und andere Optionen lassen sich recht einfach anpassen und verändern. Du hast zwar nicht die Möglichkeit, einzelne Buchstaben zu verwenden, um eigene Wörter zu bilden (was Sinn macht, wenn Du eigentlich nur einen harmlosen Wu-Tang-Sticker erstellen möchtest). Dennoch kannst Du aus einem Pool an Wörtern wählen, die Du nach Deinen eigenen Wünschen aneinanderreihen kannst. Ich bin schon ein wenig stolz auf meine „Cozy Metal“-Aufkleber, die außergewöhnliche Kombinationen aus Tieren und Instrumenten aufweisen. Ja, es ist albern, aber sie gefallen mir sehr gut.
Sobald das Design fertig ist, kannst Du Deine gesammelten Münzen nutzen, um den Druck zu bezahlen. Überlege Dir gut, wo genau Du die Aufkleber auf den Bögen platzierst – je mehr Aufkleber auf einen Bogen passen, desto geringer fallen die Druckkosten aus. Anschließend verpackst Du alles und versendet es, um bares Geld zu verdienen. Damit kannst Du später Upgrades kaufen und weitere Designs freischalten.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Spielen dreht sich die Geschichte nicht um Dich. Vielmehr konzentriert sie sich ganz auf Deine Kund*innen, die Dir von ihrem Leben berichten und darüber, wie die Aufkleber in ihre Geschichten passen. Einige Storys sind herzerwärmend, andere skurril. Du wirst feststellen, dass verschiedene Sticker unterschiedliche Arten von Kund*innen anziehen und dass sich manche Anfragen auf eine ganz bestimmte Art von Sticker beziehen. Es ist ein kurzweiliges Etsy-Simulationsspiel, das super entspannend und beruhigend ist. Falls Du jüngere Kinder, Nichten oder Neffen hast, die sich für Design interessieren, wirst Du ihnen mit diesem Spiel ein Lächeln in das Gesicht zaubern.
My Little Universe

My Little Universe von Estoty bietet eine gelungene Mischung aus Abenteuer- und Simulationselementen. Erschaffe Deine eigenen kleinen Miniaturwelten und erkunde diese nach Belieben. Dieses charmante Spiel zählt zum Genre der Sandbox-Abenteuer, in denen Kreativität und Erkundungslust im Vordergrund stehen. Du beginnst mit einem kleinen Stück Land und erweiterst nach und nach Dein Universum, indem Du Ressourcen sammelst, Werkzeuge herstellst und neue Gebiete freischaltest.
Schon nach wenigen Spielminuten war ich bereits von dem skurrilen Grafikstil und der fesselnden Spielmechanik begeistert. Der Aufbau und die Erweiterung meines Universums waren unglaublich befriedigend. Mit jeder neuen Entdeckung, sei es ein versteckter Schatz oder ein neues Biom, bin ich neugieriger geworden. Das Spiel liefert die perfekte Balance aus Entspannung und Herausforderung, sodass man leicht die Zeit vergisst, wenn man in sein eigenes kleines Universum eintaucht.
Die vielleicht größte Stärke von My Little Universe liegt im intuitiven Gameplay des Spiels. Die Steuerung ist besonders einfach, sodass Spieler*innen aller Altersgruppen sofort loslegen und kreativ werden können. Es sind keine langwierigen Tutorials oder komplexen Tastenkombinationen erforderlich. Mit einem einfachen Klick sammelst Du Ressourcen, mit ein paar Wischgesten stellst Du Werkzeuge her, mit denen Du Dein Universum mühelos erweitern kannst. Dieses simple Vorgehen macht das Spiel unglaublich zugänglich und unterhaltsam – für Spieler*innen aller Altersgruppen. Außerdem bietet es eine Vielzahl von Anpassungsmöglichkeiten, mit denen Du Deine Welt nach Deinen Vorstellungen gestalten kannst. Ob Du nun Fan von Spielen wie Minecraft oder Terraria bist – hier findest Du vertraute Elemente, die um eine frische und charmante Note ergänzt werden. My Little Universe ist ein Muss für alle, die kreative und explorative Spiele mögen. Entkomme dem Trubel des Alltags und tauche ein in eine ruhige und dennoch anregende Erfahrung. Also, worauf wartest Du noch? Schnapp Dir Dein Werkzeug und beginne mit dem Aufbau Deines eigenen kleinen Universums!